Solarpolis
Ein Blog rund um Zukunftsenergie

Jan
19

Das Jahr 2012 ist von der UN (Generalsekretär Ban Ki Moon in Abu Dhabi) zum Jahr der erneuerbaren Energien erklärt  worden.   So beginnt es  mit der  Erfolgsmeldung,  dass in Deutschland im letzten Quartal 3 Gigawatt PV installiert worden sind.  Das weckt den Neid der fossil – atomaren Energieversorger wie z.B. dem RWE, dessen Vorstandsvorsitzender Grossmann unwidersprochen solche Sätze kreiert ; „Solarenergie in Deutschland, ist wie Annanaszucht auf Grönland“.  Dazu passt dann die Aussage des Misswirtschaftsministers Rösler (FDP)  nunmehr die PV Förderung auf 1 Gigawatt pa.A. zu deckeln. Begründung : „Es kann nicht sein, dass eine Energieform wie die PV, mit einem Anteil von nur 3% an der gesamten Energieumwandlung,  wie bisher gefördert wird“.

Offenbar kann es aber sein, dass ein Minister mit weniger als 2 % Zustimmung in der Republik 100% der dezentralen Energiezukunft bestimmen möchte. 

So erhält der energiepolitisch Interessierte, derzeit von allen Solarverbänden einzelne Stellungnahmen und Presseerklärungen, die dieses Vorhaben des Misswirtschaftsministers der Bundesrepublik Deutschland zu Recht kritisieren.  Der BSW - Bundesverband Solarwirtschaft ,  bekennt sich - vor dem heute stattfindenden Treffen mit dem Umweltminsiter  Röttgen – schon mal öffentlich (im Deutschlandfunk http://www.dradio.de/dlf/sendungen/interview_dlf/1655804/) zu  Verhandlungen  bereit.  Man möchte die Kostensenkung in größeren Schritten  zulassen, so Carsten Körnig der „Hauptgeschäftsführer“ des BSW. 

Nun gbt es neben dem BSW  noch weitere Verbände die eine eigene Meinung zu dem Vorhaben äussern, so der Solarförderverein Deutschland (der einzig wahre Erfinder des EEG), Eurosolar, Bundesverband Erneuerbare Energien, Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie, 100% erneuerbare Energien ..usw..

Was mich zutiefst betrübt, ist die Tatsache, dass es keine  gemeinsame Erklärung aller Verbände der erneuerbaren Energien gibt.  Auch die Umweltschutzverbände und einige Forschungsinstitute kochen an anderer Stelle einen eigenen Brei.  Die Parteien (u.a. die „Erfinder des EEG“) ebenfalls. Wenn man genau hinsieht, sind die Unterschiede marginal. Alle wollen das 100% Ziel erreichen. 

Gegen die gemeinsame Kampagne der sterbenden Energiekonzerne, und des Misswirtschaftsminister`s einer Minipartei,  erscheint  es dringend notwendig, eine gemeinsame Abwehr zu organisieren und die tatsächliche Stärke der Befürworter zu demonstrieren.

Jan
10

Angekündigt als „Plusenergiehaus (TM)“ mußten die Damen und Herren des Ministeriums wohl  den von Rolf Disch als Markenzeichen geschützten Namen Plusenergiehaus, in Energieüberschusshaus ändern. Ätzende Bezeichnung.  So geht es häufig, mit geschützten Markennamen, oder mit Gebrauchsmustern von gesetzlich geschützten Artikeln. Vor vier Jahren wurde  Berlin gleich von drei Senatorinnen, und einem – mittlerweile  gekündigtem Geschäftsführer von Berlin Partner – plötzlich über Nacht  zu SolarPolis (TM). Offenbar ist das öffentlich zugängliche Markenregister im Europäischen Patentamt, und dessen Funktion, geistiges Eigentum zu schützen, nicht allen bekannt.

Mit insgesamt 1,2 Millionen Euro durch das BMVBS gefördert, kann sich das Haus in der Nähe des Kudamm sehen lassen. Von Dienstag bis Sonntag ist es täglich zwischen 12 und 18 Uhr – noch bis Ende Februar- in der Fasanenstrasse zu besichtigen. Dannach zieht eine vierköpfige Familie für ein Jahr dort ein. Weiter Infos auf der Seite des Ministeriums. http://www.bmvbs.de/DE/EffizienzhausPlus/Haus/effizienzhaus-plus-haus_node.html

Dez
19

Natürlich ist es legal,  wenn ein Investor samt Gründungspersonal eines schönen Tages sein investiertes Kapital wieder abzieht und Kasse macht. In diesem Fall handelte es sich allerdings um den unbescheidenen  (ca.) 24 fachen Betrag  des eingezahlten Risikokapitals.  Der Absturz begann  in der 42 Kalenderwoche des Jahres  2007.  Bis zur 12 Kalenderwoche des Jahres 2008 verlor die Aktie über 50% ihres Werts.  Bis zum heutigen Tag wurde daraus ein Totalverlust.

http://www.wallstreet-online.de/aktien/solonaktie/chart#t:5y||s:lines||a:abs||v:week

Seit dem gibt es  einige  Millionäre mehr in der gebeutelten Stadt Berlin.  Ein Pionierinvestor oder Risikokapitalgeber, hat sich nicht mit Peanuts zufrieden gegeben. Das wachsende Vertrauen in die Zukunftstechnologien führte dazu, dass auch viele Kleinanleger in die börsennotierte Gesellschaft einstiegen. Nun ist das ganze Investment auf  geheimnissvolle Art verschwunden, oder auch umverteilt. Von unten nach, wohin eigentlich?

Die neuen Millionäre freuten sich, kauften sich bei allen möglichen Prestigeprojekten ein, oder wurden Grundbesitzer .   Zum Teil in relativ jungen Jahren haben sie es, im klassischen -neoliberalen- Sinn,  „zu etwas gebracht“. Das protzige Autochen (Bentley) war dabei noch das banalste Zeichen des neuen Reichtums.

Mittlerweile hatte der Bund, das Land Berlin, sowie Mecklenburg Vorpommern die Finanzlücken mit Krediten und Bürgschaften aufgefüllt. Die öffentlichen Bürgen sind heute, wie die Kleinanleger und nicht zuletzt die Mitarbeiter der Firma die Doofen.

Gewinne „erfolgreich“ privatisert, Verluste „erfolgreich“sozialisiert.

Kleinanleger sind dabei die Oberdoofen. Denn nun übersteigen die Gebühren für den Verkauf  den Wert der Papierchen um ein Vielfaches.

Dabei waren einige der Gründer noch mit sozialem und ökologischem Anspruch in das Projekt gestartet. Als Ingenieurkollektiv spendeten sie für soziale und politische Projekte, wie Radio 100 und andere. Auf Veranstaltungen (die Internetblase war gerade geplatzt), gegen Ende der 90 er Jahre, argumentierten sie, zum Teil mit Vehemenz, gegen den vorherrschenden gewissenlosen Casinokapitalismus.

Nun 2011 ist die SOLON SE ein Fall für den Insolvenzverwalter. Das Gespött der ewig gestrigen, aus der fossill atomaren Misswirtschaft, samt Bundesministern ist zu vernehmen. Die Profiteure kamen nicht nur aus dem Bereich der Finanzbranche (Spekulanten), auch einige – vermeintlich Idealisten – zockten mit.  Nun können sie nicht mehr als erfolgreiche Pioniere in Veranstaltungen glänzen. Denn nun müssen sie damit rechnen, durch laute Zwischenrufe gestört zu werden, wenn sie über ihre „Erfolge“ schwadronieren . Den Mitarbeitern ist zu empfehlen, den Betrieb in den Besitz der Belegschaft zu überführen, dass wäre sicher im Sinne der wenigen Aufrechten unter den Gründern.

Dez
13

Nun rächt sich für die Arbeitnehmer der Atomkonzerne die jahrelang geübte Ignoranz u.a. der Gewerkschaften gegenüber den erneuerbaren Energien. Vor allem bei  Ver.di hatte ich den Eindruck, dass die dort organisierten Kollegen (bis 2007 war ich einer, IG Medien) ) als Arbeitnehmervertreter in den Aufsichtsräten, kein Interesse an erneuerbaren Energien zeigten. Meine Anregung  auf dem neuen Domizil der Gewerkschaft Ver.di, am Spreeufer in Berlin, eine Photovoltaikanlage zu errichten, endete mit der Aussage eines Funktionärs: „das man ja schließlich einen Großteil der klassischen Energiewerker, also aus der Kohle und Atomindustrie, gewerkschaftlich vertrete „.  Nun werden insgesamt in Deutschland beinahe 11000 ihre als sicher gefühlten Arbeitsplatz verlieren. Dumm gelaufen.  Angesichts dieser dramatischen (von mir bis jetzt durchaus positiv  wahrgenommenen) Entwicklung ,  taucht allerdings zunehmend die Frage nach der Zukunft dieser rückständigen und wenig flexiblen Industrie auf.  Was geschieht, wenn diese Konzerne völlig vom Markt verschwinden, wie z.B. TESCO die zuckende Atomleiche  in Japan?  Wird dann, wie bei den angeblich „systemrelevanten“ Banken , der Staat, also die Allgemeinheit für die Folgekosten der jahrzehntelangen Atommisswirtschaft gerade stehen müssen? Was ist mit den sogenannten „steuerfreien Rücklagen“  in Höhe von beinahe 35 Milliarden Euro ?  Wo ist das Geld, und was macht diese Bundesregierung um diese Gelder zu sichern.  Haben z.B. die Gewerkschaften eine neue Energiestrategie?

Erst vor wenigen Tagen konnte man aus dieser Richtung nur vernehmen, dass nunmehr die Solarindustrie (Bundesverband Solarwirtschaft) mit beinahe 370.000 Arbeitsplätzen gefälligst Tarifverträge abschließen möge. Wohlgemerkt, dies in einer Phase, in der die meisten Unternehmen in der Solarbranche (Dank ministerlichem Dilletantismus) in dieser Republik, kurz vor der Insolvenz stehen, weil chinesische Produkte zu Tiefstpreisen den Europäischen (auch den amerikanischen) Markt überschwemmen. Ein Zeichen von höchster Ahnungslosigkeit, auch bei den Gewerkschaften. Dabei wäre es höchste  Zeit die Arbeits und Umweltbedingungen bei den chinesischen Anbietern  zu thematisieren und zu ächten. Der hochbezahlte Oberfunktionär  Frank  Bsirske  müßte endlich öffentlich die Fehleinschätzung seiner Führungsriege eingestehen und sich für die Sonnenenergiewende einsetzen.

Okt
20

bevor es andere tun. Mittlerweile hat sich die bis vor wenigen Jahren politisch aktive Solarszene in Deutschland und Europa, anscheinend völlig in die inhaltliche Arbeit versenkt.
Nach dem plötzlichen Tod von Hermann Scheer, vor einem Jahr, ist ein spürbares (Solar)politisches Vakuum entstanden. Seine hörbaren und fundierten Zwischenrufe in den Medien, fehlen auf der Bundes wie auf der Europaebene.

Oettinger sabbelt über Netzausbau etc. und niemand fährt ihm, wohlgemerkt Offentlichkeitswirksam, über den Mund.

Buisines as usual und kurze Sprechblasen von Solarunternehmern und verschiedenen Institutionen, die sich selbst als deren Vertreter bezeichnen, reichen nicht aus um das Thema Erneuerbare Energien adäquat in den Medien zu repräsentieren. Nicht der Bundesverband Erneuerbare Energien, nicht die übrigen in den letzten Jahren gegründeten Verbände und Institutionen schaffen derzeit eine breite und dringend notwendige politische Medienpräsenz.
Wie kann man das ändern?
Ist z.B. die globale Occupy Bewegung eine Heimat für das Thema Erneurbare Energien, oder überlassen wir nunmehr den Greenwashing Strategen der fossil-atomaren Energiekonzerne die Thematik in den Medien zu besetzen?

Ich bin überzeugt davon, dass diese Bewegung offen und Begeisterungsfähig für das Thema Erneuerbare Energien ist. Also liebe Solarierinnen, auf zu den Demonstrationen am 22.10 und 29.10. 2011. Euer Wissen ist gefragt. An diesen Tagen sind Aktionen in Berlin, Hamburg und Frankfurt geplant. Euer Wissen ist gefragt.Es gibt übrigens mittlerweile schnellere Komunikationswege als Emails.
www.occupytogether.org

Follow

Get every new post delivered to your Inbox.

Join 284 other followers